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Klatsch und Tratsch » » Thema: Was stimmt denn zur Zeit nicht auf dem Gebrauchtwagenmarkt?
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 Geschrieben am 04.01.2025 um 19:29 Uhr   
Frank, Risikoreich war der Gebrauchtwagenkauf zumindest bei älteren Autos, so nach dem 2. TÜV bzw. ab dem 5 Jahr immer. Geht man vom Normalnutzer aus und üblichen Fahrleistungen ist man meist schon bei < 60.000 Kilometer, oft nach der Garantie nicht mehr durchgeführten Inspektionen oder auch schon mal „vergessene“ Unfallschäden und bei Autos bis in die 80er häufig schon erhebliche Rostschäden. Autos von Fiat, Alfa, Peugeot, Renault waren berüchtigt, aber auch bei den „Deutschen“ gab es den Rostteufel. Mein Schwiegervater hatte den 74 Golf und auch bei MB war früher Rostbefall keine Unbekannte.
Als Mitarbeiter habe ich seit meinem ersten Neuwagenkauf 1974 nur noch Jahreswagen angeboten, die nicht älter als 2 Jahre waren. Früher durfte man nur ein KFZ pro Jahr kaufen und ich machte dies im Wechsel mit dem Wagen meiner Frau. Die meisten Kollegen boten „Einjährige“ an und diese Gebrauchten, wie auch meine 2 Jährigen, sind in der Regel topgeflegte Autos. Man steht, wie alle WAs der Autowerke am jeweiligen Werksstandort im Wettbewerb mit vielen gleichartigen Autos. Da war oft mein 2jähriger mit passenden Preis das Kaufargument. Seit 2000 entfiel für mich der Jahreswagenkauf, zuerst wg. Dienstwagen, dann wegen Leasingberechtigung bis heute.
Bei Händlern wurde auf Grund auch vieler schwarzer Schafe die Gewährleistung eingeführt und die Meldung von Unfallschäden ist schon viel länger verpflichtend, auch von privaten Verkäufern. Wird dies verschwiegen, besteht umgehend das Recht auf Wandlung per Rückabwicklung. Und als Unfallreparatur gelten alle Reparaturen die über einen tieferen Schlüsselkratzer hinausgehen.

Zum Fiesta, wir sind mit dem Wissen um die Schäden bei dem Händler, der auch die Reparaturen durchgeführt hat. So kann er auch nicht mit uns in Diskussion gehen um den Umfang der Schäden, den Aufwand, da die Reparaturen dort im Datenbestand gespeichert sind.


--
Gruß Peter

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   S - FP 230

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 Geschrieben am 04.01.2025 um 19:58 Uhr   
Hallo Peter,

selbst beim Händler ist man nicht sicher!

Im Jahreswagenverkauf unseres geliebten Herstellers habe ich erlebt, dass ein Vorschaden zwar angegeben war, aber bagatellisiert wurde, da man als Schadenhöhe nur die Selbstkosten preisgegeben hat und zwar überwiegend die Teilekosten. Lohnkosten und Lackierungskosten tauchten in den Unterlagen nicht auf! Und natürlich nur netto ohne Märchensteuer angegeben.

Der tatsächliche Schaden war mit Sicherheit um Faktor zwei bis drei höher als „zugegeben“ ! Unter anderem wurde eine komplette Türe ausgetauscht.

Das konnte ich nur unter Druck herausbekommen, da es nur in der elektronischen Fahrzeugdoku ersichtlich war. Offizielle Rechnungen gab es da angeblich nicht.

Aufgefallen war mir das Ganze als ich festgestellt habe, dass die AMG-Verkleidungsteile auf der Seite nicht richtig befestigt waren. Angeblich hatte man „vergessen“ die Clipse richtig einzuclipsen.

Soviel zum Thema Sicherheit bei Händlern.

Gruß

Frank

--
Manchmal frage ich mich, ob die Welt von klugen Menschen regiert wird, die uns zum Narren halten, oder von Schwachköpfen, die es ernst meinen. (Mark Twain)

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   Odin

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 Geschrieben am 05.01.2025 um 11:39 Uhr   


S - FP 230 schrieb:
Hallo Peter,

selbst beim Händler ist man nicht sicher!

Im Jahreswagenverkauf unseres geliebten Herstellers habe ich erlebt, dass ein Vorschaden zwar angegeben war, aber bagatellisiert wurde, da man als Schadenhöhe nur die Selbstkosten preisgegeben hat und zwar überwiegend die Teilekosten. Lohnkosten und Lackierungskosten tauchten in den Unterlagen nicht auf! Und natürlich nur netto ohne Märchensteuer angegeben.

Der tatsächliche Schaden war mit Sicherheit um Faktor zwei bis drei höher als „zugegeben“ ! Unter anderem wurde eine komplette Türe ausgetauscht.

Das konnte ich nur unter Druck herausbekommen, da es nur in der elektronischen Fahrzeugdoku ersichtlich war. Offizielle Rechnungen gab es da angeblich nicht.

Aufgefallen war mir das Ganze als ich festgestellt habe, dass die AMG-Verkleidungsteile auf der Seite nicht richtig befestigt waren. Angeblich hatte man „vergessen“ die Clipse richtig einzuclipsen.

Soviel zum Thema Sicherheit bei Händlern.

Gruß

Frank

--
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Hier mein Erlebnis:
1990 meinen ersten Benz, einen 230E beim Vertragshändler gekauft.
4 Jahre alt und drehte sich im Showroom auf dem Karussell.
30000 DM war nicht gerade wenig.
Nach 2 Wochen zurück gegeben da er wie ein Sack Nüsse lief.
Man behielt ihn und als kostenlosen Leihwagen erhielt ich einen 200D.
Wenn ich den mit meinem jetzigen CDI vergleiche muss ich lachen.
Nach gut 2 Wochen bekam ich meinen Wagen zurück. Der Motor wurde, auf Garantie, für knapp 10000,DM revidiert bzw. instandgesetzt.
Mein Bruder arbeitete zu der Zeit bei VW und ich habe ihm gesagt wie toll man bei MB mit Reklamationen umgeht.
Darauf er damals:
“Toll? Hahaha, die sind abgebrüht. Wenn die den Wagen, vor dem Verkauf, total durch checken müssen sie alles reparieren. Der Wagen wird nur gesäubert und verkauft. Wenn dann der Kunde reklamiert wird das über den Garantiegeber abgewickelt und nochmal richtig verdient.“

--
Gruß Ralf, jetzt Niederbayer mit kölschem Herz

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   Olaf M

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 Geschrieben am 06.01.2025 um 01:25 Uhr   
Moin,

das genau scheint ja das Problem zu sein.

Damals waren die freien "Fähnchenhändler" fast immer die Bösen, heute sind die Autohäuser teils schlechter (es gibt natürlich Ausnahmen).

Damals bei Inzahlungsnahme meines Passat B8 bekam ich ein Angebot von X bei VW, ein freier Händler bot mir € 4000,-- (!) mehr.

Und warum wird mir von einem Fachhändler ein Fahrzeug angeboten was diverse Mängel hat oder wo Verschleißteile offensichtlich dem Ende zugehen und das nicht erwähnt wird?

Der Kunde ist da der Depp wenn er sich nicht ein wenig auskennt.

Ich habe hier einen freien Händler der das vorher alles revidieren würde - ohne darauf hinzuweisen - zur Zufriedenheit des Kunden.

Klar, Marge ist alles, aber doch nicht so.

Quo vadis Fachhändler?

--
Viele Grüße aus dem Süden von Hamburg >> Olaf
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   S - FP 230

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 Geschrieben am 06.01.2025 um 10:16 Uhr   
Schönes Argument finde ich auch immer wenn die Profiltiefe grenzwertig ist, der hat ja neuen TÜV. Oder auch das tlw. uralte Reifen drauf sind, 7 Jahre plus und der Händler das in Ordnung findet, „damit können Sie noch 3 - 4 Jahre fahren“.

Ich unterstelle mal dass das die Reifen bei der TÜV-Vorführung waren, aber gerade mal 1,7mm sind einfach nichts! Aber in geiden Fällen mit Reifenfarbe auf Optik neu getrimmt.

Man fährt quasi vom Hof und muss die Reifen erneuern.

Gruß

Frank




--
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 Geschrieben am 06.01.2025 um 12:26 Uhr   
[ Beitrag wurde zuletzt editiert von psr-slk am 06.01.2025 um 19:23 Uhr ]

Frank
zu… Schönes Argument finde ich auch immer wenn die Profiltiefe grenzwertig ist, der hat ja neuen TÜV.
Ich unterstelle mal dass das die Reifen bei der TÜV-Vorführung waren, aber gerade mal 1,7mm sind einfach nichts!


Frank, der TÜV oder genau genau genommen eine HU kann und darf nur bemängeln was nicht den gesetzlichen Forderungen entspricht. Da ein Reifen erst ab weniger 1,5 mm als Verkehrsuntüchtig gilt, muss man einem Auto mit 1,7 mm Restprofil auf den Reifen, wenn ohne sonstige Mängel, die Plakette erteilen.
Das mag für einen Gebrauchtkäufer unschön sein aber das Auto ist zunächst noch verkehrssicher.
Und zum Alter, es gibt bisher keine Altersbegrenzung für Reifen. Die sog. 7-Jahresregel ist nur eine Empfehlung, speziell für Winterreifen. Solange keien Rissen gar bis aufs Gewebe an den Flanken sichtbar sind ist auch ein 10-jähriger Reifen nicht beim TÜV nicht zu beanstanden, wenn ausreichend Profil.

Und Fakt ist auch, dass der übliche Gebrauchtwagen für Inzahlungnahme zwischen 3 und 6 gf. noch 7 Jahre alt ist, wie unser Fiesta jetzt. Ältere Autos werden ehr selten noch von Neuwagenhändlern in Zahlung genommen.
Diese Autos haben entsprechende Kilometerstände von 40 bis auch mal 90.000 und so halt meist bei Abgabe den ersten oder gar 2. doch schon runtergefahrenen Satz Reifen drauf. Und den wird der Abgebende doch nicht noch selbst erneuern.

Also es liegt allein am Käufer sich über eigentlich solch allgemeingültigen Dinge zum Zustand von Gebrauchten zu informieren und bei Händlerkauf darüber zu verhandeln. Wo ist das Problem hier.

Einzig Täuschung zu Unfallschäden oder Verschweigen anderer sog. versteckter Mängel ist ruchbar. Bedingter Verschleiß an Reifen oder auch Bremsen und Anderem, siehe zuvor darüber sollte ein Käufer schon Bescheid wissen.

Und zum vorherigen Kommentar, Fähnchenhändler vs. Markenhändler.
Bei den Markenhändlern steht das Wasser heute eher bis zum Hals, als bei den Fähnchenhändlern, die fast ausschließlich Gebrauchthandel betrieben.

Die Autowerke stellen den Händlern den Hof voll. Die Rabatte gehen meist zu Lasten der Händler, auch wenn die Werke Nachlasse gewähren. Und die Standkosten sind hoch. Wer also einen Gebrauchten in Zahlung gibt, Hohe Rabatte beim Neuwagen erwartet muss auch in Kauf nehmen, dass für den Gebrauchten weniger drin ist. Und jeder kann sich informieren wie hoch Restwerte von Autos sind.


--
Gruß Peter

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 Geschrieben am 07.01.2025 um 10:58 Uhr   
Hallo Peter,

klar hast Du Recht und trotzdem ist es in meinen Augen frech zum gehobenen Preis einen Wagen so zu verkaufen.

Anderes Beispiel.

Würdest Du zum 100%-Preis Lebensmittel kaufen, deren MHD gerade oder die nächsten zwei Tage abläuft?

Ich denke da würdest Du ggf. auch ein preisliches Entgegenkommen erwarten, es sei denn, Du willst tatsächlich sofort verzehren.

Mein erster eigener Wagen war günstig, aber ich noch in Ausbildung und da haben mich die über DM 700, welche nach 4 Monaten zur Erneuerung der Bremsanlage, alle Scheiben und Beläge, fast "umgebracht".

Klar war ich da selbst schuld, hätte man erkennen können. Aber ich unerfahren und bin da halt "reingefallen"!

Aber um aufs eigentliche Thema zurück zu kommen, mir erscheint es im Augenblick so, dass Lug und Betrug beim Autoverkauf deutlich zugenommen haben.

Alleine wenn ich die Schätzungen sehe, wie viele Tachos manipuliert sind, wird mir schlecht.

Auch diese Geiz ist geil Mentalität schlägt voll durch. Erste Frage ist häufig, was geht am Preis bzw. viel zu teuer! Da verstehe ich auch, dass manche Verkäufer quasi in Notwehr schon mit völlig überzogenen Preisen ins Rennen gehen, denn ohne Rabatt sprich Handelserfolg, bekommt man heute fast nichts mehr verkauft!

Habe ich vergangenes Jahr umzugsbedingt leider immer wieder erlebt.

Das ganze eskalierte dann so, dass ich vor den Augen eines entsetzten potentiellen Käufers eine Lampe zertrümmert habe. Die war absolut neu, war nie aufgehängt worden und hatte mal € 650 gekostet, Originalrechnung war dabei und der Idiot wollte die geforderten € 100 nicht zahlen, das sei zu teuer. Mehr wie € 30 wollte er nicht zahlen. Also eine neue Lampe im Neuwert € 650 für € 100 anzubieten finde ich ok!

Nachdem das nicht der Erste war der so vorging, habe ich den Hammer genommen und den Lampenschirm vor seinen Augen zertrümmert! Das war ein richtiger Spaß das doofe Gesicht zu sehen!!

Man sollte viel konsequenter sein und auf solche Angebote, weder als Käufer noch als Verkäufer eingehen. Leider kann man nicht immer so konsequent sein.

Aber ich habe jetzt noch nach Umzug einen tollen Revox Receiver im Keller eingemottet, welchen ich nicht verschleudern wollte und deshalb nicht verkauft habe.

Bei Autos ist so etwas leider kaum möglich, zumal wenn man den Verkaufserlöse für die Neuerwerbung benötigt!

Gruß

Frank



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 Geschrieben am 07.01.2025 um 12:39 Uhr   
[ Beitrag wurde zuletzt editiert von speedy63 am 07.01.2025 um 17:30 Uhr ]

Fassen wir es zusammen, Schummelei, Versuch den „Geschäftspartner“ übern Tisch zu ziehen, ist doch so alt wie der Handel selbst. Dies gab es schon zu Zeiten von Tauschhandel in der Steinzeit. Erstmals richtig in unserer europäische Geschichte ruchbar wurde es mit der Kolonialisierung in Afrika und Amerika, wo den Einwohnern billiger Tand gegen Gold geboten wurde. Wobei, es war auch wieder nur unterschiedliche Vorstellung von Wert. Ein Glasspiegel war den Menschen dort noch unbekannt, das Gold war so reichlich und normal, das für sie der Wert weniger hoch war.
Als dann im Mittelalter in Europa Handelsregeln eingeführt wurden und Betrüger an den Pranger kamen, Eichgesetze entstanden, wurde der Handel ehrlicher und das Bazar ähnliche Handeln wie im Orient, Asien und anderen Gebieten heute noch üblich mit Angabe von Mondpreisen und Einigung meist bei unter 30% vom Startpreis wurde weniger. Auch verschwand bei uns das von mir wirklich gehasste „in den Laden zerren“, was man xxx und anderen Ländern erlebt.
Da wir aber in Europa halt bunter werden, kommen solche Gepflogenheiten hier wieder zum Zuge, neben anderem Unsinn, wie Spritpreise 5 x am Tag ändern.
Oder auch neu, im Internet Artikelsuche und die Preise steigen mit den eigenen Zugriffen.
Man muss eigentlich, zumindest bei nicht lebenswichtigen Gütern bedenken, die Macht ist eigentlich beim Kunden.

--
Gruß Peter

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 Geschrieben am 07.01.2025 um 13:27 Uhr   
Ja Peter!

Nur früher war das halt nicht so transparent wie heute.

Und klar, ohne dann den genauen Zustand der angebotenen Sache im Internet sehen zu können, ist es eigentlich unmöglich zwei Angebote zu vergleichen! Das sollte man sich auch immer wieder vor Augen führen.

Das angebliche Schnäppchen kann auch ein Totalreinfall sein!

Gruß

Frank

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   Olaf M

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 Geschrieben am 16.03.2025 um 00:57 Uhr   
Moin.

mir hat jetzt ein VW-Händler 3000 Taler vom "Wert" abgezogen weil die vorderen Bremsen gemacht werden müssen - ja, gehts noch?

Meinen TDi werde ich jetzt erst einmal behalten, denn im Gegenwert ist nur Müll im Portal


--
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